Reise-Knigge Thailand
Thailand heißt „Land des Lächelns“, und gelassene Freundlichkeit ist dort ein Wert an sich. Einige Grenzen sind allerdings sehr ernst gemeint – allen voran der Respekt gegenüber dem Königshaus und dem Buddhismus.
Der Wai
Beim Wai legt man die Handflächen wie zum Gebet aneinander und neigt den Kopf. Je höher die Hände und je tiefer die Verneigung, desto mehr Respekt. Den Gruß beginnt die jüngere oder rangniedrigere Person. Als Gast erwidern Sie einen Wai einfach; Kindern oder Servicepersonal gegenüber genügt ein Lächeln und Nicken.
Königshaus
Kritik an der Königsfamilie ist in Thailand eine Straftat und wird mit langen Haftstrafen geahndet – auch bei Ausländern. Das gilt für Gespräche ebenso wie für Beiträge in sozialen Netzwerken. Da der König auf Banknoten und Münzen abgebildet ist, tritt man nicht auf heruntergefallenes Geld. In Kinos steht man vor dem Film während der Königshymne auf.
Kopf und Füße
Der Kopf gilt als heiligster Körperteil, die Füße als niedrigster. Daher:
- Niemandem über den Kopf streichen, auch Kindern nicht.
- Füße nicht auf Menschen oder Buddha-Figuren richten, nicht auf Tische legen.
- Beim Sitzen im Tempel die Füße nach hinten wegschlagen.
- Nicht über Menschen hinwegsteigen, die auf dem Boden sitzen.
Im Tempel
Vor dem Betreten der Gebetshalle werden die Schuhe ausgezogen, Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Auf die Türschwelle tritt man nicht, man steigt darüber. Buddha-Figuren sind keine Kletter- oder Posiermotive. Frauen dürfen Mönche nicht berühren und reichen ihnen Gegenstände nicht direkt, sondern legen sie ab.
Die Ausfuhr von Buddha-Figuren ist genehmigungspflichtig. Wer eine kauft, fragt am besten gleich im Laden nach den Papieren.
Gesicht und Ruhe
„Jai yen“, ein kühles Herz, ist ein Ideal: Wer laut wird oder schimpft, verliert sein Ansehen und erreicht selten etwas. Probleme lassen sich mit einem Lächeln und Geduld fast immer besser lösen. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind unüblich, Oben-ohne-Baden ist an thailändischen Stränden nicht gern gesehen.
Praktisches
Weil in Thailand verschiedene Steckdosentypen verbaut sind, ist ein universeller Reiseadapter die entspannteste Lösung. Trinkgeld ist nicht Pflicht; kleine Scheine für Massage, Zimmerservice oder Restaurant freuen trotzdem.
Einreisebestimmungen, Sicherheitslage und Gesundheitshinweise ändern sich: Vor jeder Reise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.