Reise-Knigge Frankreich
Frankreich wirkt vertraut, doch gerade die kleinen Höflichkeiten entscheiden, ob man als freundlicher Gast oder als hastiger Tourist wahrgenommen wird. Das wichtigste Wort ist schnell gelernt: Bonjour.
Erst grüßen, dann fragen
Wer eine Bäckerei, eine Apotheke oder ein kleines Geschäft betritt, sagt zuerst „Bonjour“ – am besten mit „Madame“ oder „Monsieur“. Direkt mit der Frage nach dem Weg oder dem Preis zu beginnen, gilt als unhöflich. Beim Gehen folgt ein „Merci, au revoir“. Ab dem frühen Abend wird aus Bonjour ein „Bonsoir“.
Gesiezt wird länger als in Deutschland. Das „vous“ bleibt, bis das Gegenüber das „tu“ anbietet.
La bise
Unter Freunden und in lockeren Runden begrüßt man sich mit angedeuteten Wangenküssen. Wie viele es sind und auf welcher Seite man beginnt, hängt von der Region ab – zwei sind am verbreitetsten. Im Geschäftsleben und bei Fremden bleibt es beim Handschlag. Keine Sorge: Niemand erwartet, dass Gäste die regionale Zahl kennen.
Bei Tisch
Die französische Küche hat einen festen Rhythmus, und die Mahlzeiten sind Zeit für Gespräche.
- Das Brot liegt direkt auf dem Tisch neben dem Teller, einen Brotteller gibt es oft nicht.
- Beide Hände bleiben sichtbar über dem Tisch, nicht im Schoß.
- Mittagessen gibt es meist zwischen 12 und 14 Uhr; danach ist die Küche vieler Restaurants geschlossen.
- Salat wird nicht geschnitten, sondern mit der Gabel gefaltet.
- Die Rechnung bringt der Kellner erst, wenn man danach fragt: „L’addition, s’il vous plaît.“
Leitungswasser ist in Restaurants kostenlos. Einfach „une carafe d’eau“ bestellen.
Trinkgeld
Auf der Rechnung steht meist „service compris“ – die Bedienung ist also im Preis enthalten. Ein kleiner Betrag zusätzlich zeigt trotzdem, dass es geschmeckt hat: im Café ein paar Münzen, im Restaurant etwa fünf Prozent. Mehr dazu in unserer Trinkgeld-Übersicht.
Einladung nach Hause
Wer privat eingeladen ist, kommt nicht auf die Minute, sondern mit einer Viertelstunde Verspätung – so hat der Gastgeber Zeit für letzte Vorbereitungen. Als Mitbringsel eignen sich Blumen (keine Chrysanthemen, die gelten als Grabblumen) oder gute Pralinen. Wein mitzubringen ist möglich, kann aber so wirken, als traue man der Auswahl des Gastgebers nicht.
Sprache
Viele Franzosen sprechen Englisch, beginnen aber lieber auf Französisch. Wer mit „Excusez-moi, parlez-vous anglais?“ einsteigt, erlebt oft deutlich mehr Hilfsbereitschaft als mit einer Frage auf Englisch.
Einreisebestimmungen, Sicherheitslage und Gesundheitshinweise ändern sich: Vor jeder Reise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.