Reise-Knigge Italien
Italien ist für viele Deutsche fast ein zweites Zuhause. Gerade deshalb lohnt der Blick auf die kleinen Gepflogenheiten – rund um die Bar, das Essen und den Besuch von Kirchen.
Begrüßung und Titel
Zur Begrüßung gibt man sich die Hand, unter Freunden folgen zwei angedeutete Wangenküsse. Akademische und berufliche Titel werden gern verwendet: Wer studiert hat, ist schnell „Dottore“ oder „Dottoressa“, Ingenieure werden als „Ingegnere“ angesprochen. „Buongiorno“ gilt bis in den frühen Nachmittag, danach „Buonasera“.
An der Bar
Die Bar ist das Wohnzimmer der Italiener. Ein paar Abläufe unterscheiden sich von Deutschland:
- In vielen Bars zahlt man zuerst an der Kasse und legt den Bon dann an der Theke vor.
- Am Tresen im Stehen ist der Kaffee günstiger als am Tisch; wer sich setzt, zahlt Bedienung mit.
- „Un caffè“ ist ein Espresso. Cappuccino trinkt man traditionell eher morgens – verboten ist er nachmittags natürlich nicht.
- Zum Espresso gibt es oft ungefragt ein Glas Wasser.
Im Restaurant
Auf der Rechnung steht häufig „coperto“, ein Gedeckpreis für Brot und Service – das ist kein Trinkgeld und kein Betrug. Zusätzlich rundet man auf oder lässt ein paar Euro liegen, wenn man zufrieden war. Pasta ist ein eigener Gang (primo), danach folgt das Fleisch- oder Fischgericht (secondo). Niemand erwartet, dass Gäste alle Gänge bestellen.
Spaghetti werden mit der Gabel gedreht, ohne Löffel. Und Parmesan auf Pasta mit Meeresfrüchten lässt jeden Kellner die Stirn runzeln.
Kirchen und Sehenswürdigkeiten
In Kirchen sind Schultern und Knie bedeckt – im Petersdom und in vielen großen Basiliken wird am Eingang kontrolliert. Ein leichtes Tuch im Tagesrucksack spart Ärger. Während einer Messe sind Besichtigungen und Fotos tabu.
Einige Städte haben eigene Regeln für Besucher: In Rom ist das Sitzen auf der Spanischen Treppe verboten, in Venedig das Picknicken auf Brücken und Stufen. Die Bußgelder sind empfindlich.
Praktisches
Die meisten Steckdosen passen für deutsche Flachstecker (Typ C). Für Schuko-Stecker brauchen Sie bei den dreipoligen Dosen vom Typ L einen Adapter. In kleineren Orten schließen viele Geschäfte über Mittag; sonntags ist vieles zu. Wer Italienisch nur bruchstückhaft spricht, sollte es trotzdem versuchen – ein „Per favore“ und „Grazie“ werden immer gern gehört.
Einreisebestimmungen, Sicherheitslage und Gesundheitshinweise ändern sich: Vor jeder Reise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.