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Reise-Knigge China

Aktualisiert am 30.09.2026 · Lesezeit etwa 3 Minuten

In China zählen Hierarchie, Harmonie und das „Gesicht“ – das Ansehen, das man hat und anderen lässt. Wer ein paar Grundregeln kennt, wird fast überall mit großer Herzlichkeit aufgenommen.

Begrüßung und Anrede

Ein fester, langer Händedruck wirkt in China eher fordernd. Üblich ist ein kurzer, lockerer Handschlag, oft verbunden mit einem leichten Nicken. Die ranghöchste Person wird zuerst begrüßt. Beim Namen steht der Familienname vorne: Herr Wang Li heißt mit Nachnamen Wang und wird als „Herr Wang“ angesprochen.

Visitenkarten überreicht und nimmt man mit beiden Händen entgegen, schaut sie kurz an und legt sie vor sich auf den Tisch – nicht sofort in die Hosentasche stecken.

Das Gesicht wahren

Kritik in der Öffentlichkeit, ein lautes „Nein“ oder jemanden vor anderen zu korrigieren, bringt den Gegenüber in Verlegenheit. Viele Chinesen sagen eher „Das ist schwierig“ oder „Wir prüfen das“, wenn sie ablehnen. Wer diese indirekte Art versteht, vermeidet Missverständnisse – im Geschäftsleben ebenso wie beim Handeln auf dem Markt.

Geduld zeigen: Wer laut wird, verliert selbst das Gesicht – und meist auch die Verhandlung.

Bei Tisch

Beim Essen in Gesellschaft bestellt meist der Gastgeber für alle, die Gerichte stehen in der Mitte, oft auf einer Drehscheibe. Probieren Sie von allem ein wenig. Diese Punkte sollten Sie kennen:

  • Stäbchen nie senkrecht in die Reisschale stecken – das erinnert an Räucherstäbchen bei Totenritualen.
  • Mit den Stäbchen nicht auf Menschen zeigen oder darauf herumklopfen.
  • Beim Trinkspruch „Gānbēi“ wird ausgetrunken; man darf aber auch nur nippen oder Tee nehmen.
  • Wer einen Rest auf dem Teller lässt, signalisiert: Ich bin satt, es war genug.
  • Um die Rechnung wird oft höflich „gestritten“ – als Gast lassen Sie sich in der Regel einladen und revanchieren sich später.

Geschenke

Kleine Mitbringsel aus der Heimat kommen gut an. Tabu sind Uhren (die Wendung für „eine Uhr schenken“ klingt wie „jemanden in den Tod begleiten“), Messer und Scheren sowie Dinge in Vierergruppen – die Vier klingt ähnlich wie das Wort für Tod. Weiß und Schwarz gelten als Trauerfarben, Rot und Gold als Glücksfarben. Ein Geschenk wird oft zunächst höflich abgelehnt und erst nach dem zweiten oder dritten Anbieten angenommen; geöffnet wird es meist nicht im Beisein des Schenkenden.

Unterwegs im Alltag

In großen Städten wird fast alles per Smartphone bezahlt. Viele Anbieter akzeptieren inzwischen auch ausländische Karten in den Bezahl-Apps; etwas Bargeld schadet trotzdem nicht. In Tempeln gilt: ruhig verhalten, nicht auf die Schwelle treten und vor dem Fotografieren von Mönchen oder Altären fragen. Einreise- und Visaregeln haben sich zuletzt mehrfach geändert – prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Reise.

Einreisebestimmungen, Sicherheitslage und Gesundheitshinweise ändern sich: Vor jeder Reise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Ebenfalls lesenswert

Steckbrief China

Begrüßung
leichtes Nicken, Handschlag eher sanft
Danke
xièxie (谢谢)
Trinkgeld
unüblich, in Hotels für Gepäckträger gern gesehen
Steckdose
Typ A, C, I · 220 V
Bezahlen
überwiegend per App (Alipay, WeChat Pay)