Gesten im Ausland – wenn Hände etwas anderes sagen
Worte kann man übersetzen, Gesten nicht. Viele Zeichen, die in Deutschland harmlos sind, bedeuten anderswo etwas völlig anderes – manche sind sogar beleidigend.
Daumen hoch
In Deutschland heißt der erhobene Daumen „gut gemacht“. In Teilen des Nahen Ostens, Westafrikas und Südeuropas wurde er traditionell als obszöne Geste verstanden. Durch internationale Medien und Messenger-Symbole hat sich die positive Bedeutung zwar weit verbreitet, bei älteren Menschen ist Vorsicht trotzdem angebracht.
Das OK-Zeichen
Daumen und Zeigefinger zum Kreis geformt bedeutet in den USA „alles in Ordnung“. In Frankreich kann dieselbe Geste „null“ oder „wertlos“ heißen, in Brasilien und Teilen Südosteuropas ist sie eine grobe Beleidigung. In Japan wird sie mitunter als Zeichen für Geld verstanden.
Nicken und Kopfschütteln
- In Bulgarien und Teilen Griechenlands bedeutet Kopfnicken traditionell „Nein“ und Kopfschütteln „Ja“ – heute ist das nicht mehr überall eindeutig.
- In der Türkei signalisiert ein kurzes Zurückwerfen des Kopfes „Nein“.
- Das indische Kopfwackeln kann Zustimmung, Verständnis oder Höflichkeit bedeuten, mehr dazu auf der Seite zu Indien.
Zeigen und Heranwinken
Mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf Menschen zu zeigen, gilt in vielen asiatischen Ländern als unhöflich; besser deutet man mit der offenen Hand. Das Heranwinken mit nach oben gekrümmtem Zeigefinger ist auf den Philippinen und in Teilen Asiens eine Geste, mit der man Tiere ruft. Winken mit der Handfläche nach unten wirkt dort deutlich höflicher.
Die Feige – der Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger – ist in der Türkei und in Teilen Osteuropas obszön, obwohl sie in Deutschland manchmal im Spiel mit Kindern verwendet wird.
Hände und Füße
In vielen Ländern mit hinduistischer oder muslimischer Prägung gilt die linke Hand als unrein. Wer Geld, Essen oder Visitenkarten reicht, nimmt die rechte oder beide Hände. Fußsohlen zeigt man in Thailand, im Nahen Osten und in Indien niemandem – das Übereinanderschlagen der Beine mit zum Gegenüber gerichteter Sohle kann schon ausreichen.
Die Victory-Geste
Das V-Zeichen mit Zeige- und Mittelfinger ist mit der Handfläche nach außen ein Friedens- oder Siegeszeichen. Mit dem Handrücken zum Gegenüber ist es in Großbritannien, Irland und Australien eine grobe Beleidigung. In Japan und China ist das V dagegen die beliebteste Pose auf Fotos.
Wer unsicher ist, fährt mit einer offenen Hand, einem Lächeln und einem gelernten Wort in der Landessprache fast immer richtig. Wie Trinkgeld in verschiedenen Ländern funktioniert, erklärt die Trinkgeld-Übersicht.